Bürgerstiftung Hannover

Interkultureller Mittagstisch für Senioren

Der Interkulturelle Mittagstisch für Senioren ist immer freitags zwischen zwölf und halb zwei eine wichtige Anlaufstelle für ältere Menschen, mehrheitlich mit Migrationshintergrund. In der Interkulturellen Beratungs- und Begegnungsstätte für Senioren der AWO Region Hannover in der Nordstadt gibt es diesen besonderen Mittagstisch schon seit 2013. Möglich macht dies die Förderung durch die Bürgerstiftung Hannover und einige Stifter-Fonds.

An rund 40 Freitagen im Jahr verwandelt sich die Begegnungsstätte in ein Restaurant, in dem nicht nur die ehrenamtlichen Köchinnen aus unterschiedlichen Ländern stammen und die Gäste verschiedener Herkunft sind, auch die Speisekarte ist international aufgestellt. Entscheidend ist außerdem: Für einen symbolischen Euro steht der Mittagstisch allen offen, ohne dass Bedürftigkeit oder gar Armut nachgewiesen werden muss. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Die Speisekarte für einen ganzen Monat hängt immer gut sichtbar aus. Die Speisen werden stets frisch und abwechslungsreich zubereitet. Die ehrenamtliche Kochgruppe um ­Koordinatorin Fatma Taspunar ist bestens eingespielt. ­Jeden Freitag um neun Uhr morgens beginnen die Vorbe­reitungen und die Tische werden hübsch eingedeckt. Denn genau hier setzt der Interkulturelle Mittagstisch an: Neben einer warmen Mahlzeit sollen insbesondere zwischenmenschliche Begegnungen und gesellschaftliche Teilhabe vermittelt werden. Mit Toleranz und gegenseitiger Achtung begegnen sich hier Menschen aus Albanien, Bosnien, Griechenland, Italien, Kroatien, Serbien, der Türkei und Deutschland und nehmen am gemeinsamen Tisch Platz. Mit Aufmerksamkeit und Wertschätzung werden die Senioren in schöner Atmosphäre begrüßt und, ganz wie in einem echten Restaurant, am Tisch bedient. Die Nutzer des Mittagstischs sollen sich als Gäste und in der Begegnungsstätte wohl ­fühlen, betont die engagierte Sozialpädagogin Taspunar (im Bild rechts) den Leitgedanken des Projekts.

Die meisten der Senioren leben seit den sechziger und sieb­ziger Jahren in Deutschland. Nach Einwanderung und Jahrzehnten der Arbeit sind sie nun im Ruhestand und oftmals mit finanzieller und sozialer Armut konfrontiert – alles Gründe, weshalb die älteren Menschen neben der Begegnung ­immer mehr auch Beratung suchen und oftmals schon eine Stunde vor dem Essen eintreffen. Viele der rund 25 Senioren machen sich für den Mittagstisch besonders zurecht und nutzen die Zeit für Gespräche.

Abwechslung und Begegnung bieten auch das regelmäßige Sommer- und Jahresabschlussfest, das die Ehrenamtlichen organisieren. Sogar eine Art Cateringservice hat sich mittlerweile entwickelt, berichtet Fatma Taspunar augenzwinkernd. Sie erzählt von einem jungen Mann, der regelmäßig Essen für fünf Nachbarn aus dem Sahlkamp abholt, denen der Weg in die Nordstadt zu weit ist. Die finanziellen Beiträge der Gäste fließen in die Tischdekoration und kleine Geschenke für Gäste und Helfer. Um das Angebot aufrechtzuerhalten, werden jährlich etwa 12.000 Euro benötigt.