Bürgerstiftung Hannover

Die Ausgangssituation

 

Die Anforderungen unserer Gesellschaft an Familien nehmen stetig zu. Zwei berufstätige Elternteile bilden dabei nicht mehr die Ausnahme, sondern entsprechen mittlerweile eher der Regel. Die verfügbare Zeit zur Förderung der eigenen Kinder nimmt dementsprechend stetig ab. Vorlesen, Zeit gemeinsam verbringen und miteinander sprechen tritt mehr und mehr in den Hintergrund. Erschwert wird dies noch durch den steigenden Konsum der Kinder von Computern, elektronischen Spielen und Fernsehen. Folgt man der Vorlesestudie 2014: "Vorlesen macht Familien stark" der Stiftung Lesen, lesen 31% der Eltern zu selten vor (2013 waren es 30%) - das heißt einmal in der Woche oder seltener.

Erschwerend kommt hinzu, wenn Deutsch nicht die Muttersprache ist und nicht als Hauptsprache in der Familie gesprochen wird. Viele Eltern mit Migrationshintergrund sind aufgrund mangelnder Deutschkenntnissen nicht in der Lage, ihre Kinder sprachlich zu unterstützen.

Der Sozialbericht der Stadt Hannover aus dem Jahr 2013 zeigt, dass der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund stetig zunimmt. Zum Stichtag 1.1.2013 verzeichnete die Landeshauptstadt einen 26,2-prozentigen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. 1999 lag dieser Anteil noch bei 20,3 Prozent. Somit weist mittlerweile gut jeder vierte Mitbürger einen Migrationshintergrund auf.

Es bestätigt sich immer wieder, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem erreichten Bildungsniveau der Eltern und dem der Kinder gibt. Sogenannte bildungsferne Eltern haben ein überdurchschnittliches hohes Armutsrisiko. Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien und/oder mit Migrationshintergrund verlassen die Schulen öfter mit Hauptschulabschluss oder sogar ganz ohne Abschluss. Diesen Teufelskreis gilt es frühzeitig zu durchbrechen.

In der Stadt Hannover gibt es kein zentral organisiertes ehrenamtliches Projekt, das die Sprachförderung von Kindern zwischen 3 und 6 Jahren im Fokus hat. Vereinzelnd wird in Kindergärten vorgelesen, aber dies beruht auf der Privatinitiative von einzelnen Kindergärten oder Kinderläden.