Bürgerstiftung Hannover

Trommeln in der Pestalozzischule Langenhagen

„Eine Schule trommelt“ –dies ist für ein Schulprofil eine recht ungewöhnliche Bezeichnung. Und doch ist es eines der tragenden Konzepte der Pestalozzischule in Langenhagen. Seit sechs Jahren ist der wöchentliche Trommelunterricht Teil des Lehrplans der Förderschule, deren Schwerpunkt das Lernen ist. 150 Kinder und Jugendliche erlernen das Trommeln auf afrikanischen Instrumenten bei professionellen Trommellehrern und profitieren enorm davon.

Schon beim Antritt ihrer Stelle als Schulleiterin im Jahre 2008 war die Einführung des Trommelunterrichts für Andrea Engelhardt eine große Vision. Doch die Sonderschulpädagogin, die sich selbst für gänzlich unmusikalisch hält, erhielt erst einmal kräftigen Gegenwind. „Es haperte natürlich bei der Finanzierung“, schildert sie, „und es war nicht leicht, die Kollegen zu überzeugen. Doch mit Hilfe von Sponsoren, u.a. der Bürgerstiftung, konnten wir schließlich eine erste Trommelklasse bilden. Die Schüler waren so begeistert, dass wir den Unterrricht bald auf die ganze Schule ausweiteten.“

Das Projekt hat nicht nur schulintern großen Erfolg. Sogar eine Konzertband, die „Profis“, hat sich inzwischen gebildet. Mit Hilfe ihrer Auftritte kann die Schule einen Teil der Kosten finanzieren. Die Gruppe ist begehrt und hat schon mehrere Preise gewonnen. Aber nicht nur die Großen treten auf. Auf dem alljährlichen Trommelwettbewerb können sich alle Schüler aneinander messen. Die Gewinnerklasse bekommt eine Studioaufnahme als Preis, der beste Solotrommler eine eigene Trommel für Zuhause.

Andrea Engelhardt sieht man die Begeisterung an, wenn sie über ihre Schüler spricht. „Das Trommeln ist in jeder Hinsicht ein Gewinn“, sagt die Schulrektorin der Schule, die, immer, wenn sie es einrichten kann, liebend gern mittrommelt. „Das gemeinsame Musizieren fördert die gesamte Persönlichkeit unserer Schüler, deren Stärke nicht das Studieren ist. Eigentlich werden alle unsere Ziele, das Sozialverhalten, die Konzentration, Motivation und Selbstvertrauen, durch das Trommeln positiv beeinflusst. Und das Schönste ist: Jeder kann es lernen.“

Im kommenden Jahr möchte die Schule eine Ferienzeit mit Trommeln auf der Insel Borkum verbringen, doch die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Die Firmen halten sich mit dem Sponsoring zurück. „Mal sehen, vielleicht gewinnen wir wieder einen Preis“, schmunzelt die engagierte und vitale Pädagogin, die in ihrer Freizeit am liebsten Motorrad fährt. In der Tat - man kann es den jungen Trommlern wünschen.

 

Interview mit Andrea Engelhardt